St. Cyriaci-Kirchengemeinde Dorste


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Liebe Gemeindeglieder,

das Wort hatte lange einen schlechten Ruf. In den Kirchen hat es überwintert. Inzwischen ist es wieder in Mode: das Wort „Demut“. Lange klang dieses Wort nach Duckmäusertum und Demütigung. Als ob man sich selber klein machen solle. Inzwischen ist das anders:

Nach dem 7:1-Sieg gegen Brasilien im Halbfinale der WM 2014 meinte Bundestrainer Joachim Löw: „Wir müssen Demut zeigen.“ Und das bedeutete: jetzt bloß nicht abheben! Politiker empfehlen ihren Parteien nach Wahlniederlagen gern Demut. Man spricht davon, dass der Mensch gegenüber der Natur demütiger werden müsse. Inzwischen sprechen so viele Menschen von Demut, dass man mit Martin Luther warnen möchte: „Rechte Demut weiß nimmer, dass sie demütig ist."

Was ist Demut? Im Lateinischen heißt die Demut „humilitas“. Darin steckt das Wort „Humus“, das die Gärtnerinnen und Gärtner gut kennen. „Humus“ heißt „Boden“. Und Demut heißt: auf dem Boden bleiben. Ehrlich mit sich selber sein. Geerdet und mit Bodenhaftung. Nicht abheben. Demut heißt: „Wandeln in der Wahrheit“ (Teresa von Avila). Das Gegenteil von Hochmut und Selbstüberschätzung.

Wenn ich demütig bin, dann mache ich mich nicht kleiner, als ich bin. Aber ich mache mich auch nicht größer, als ich bin. Ich nehme einfach wahr, was ist. Ohne mir etwas vorzumachen. Manchmal ist das ernüchternd: „Ich bin gar nicht so großartig, wie ich immer sein wollte.“ Manchmal ist das auch befreiend und entlastend. Dann finde ich mein eigenes Maß: „Ich muss gar nicht so großartig sein. Ich kann aufhören, mir und anderen etwas vorzumachen und mich aufzuplustern. Ich kann aufhören, mich mit anderen zu vergleichen. Ich bin, wie ich bin.“

Im 131. Psalm heißt es:

HERR, mein Herz will nicht hoch hinaus, und meine Augen blicken nicht hochmütig.
Fürwahr, meine Seele ist still und ruhig geworden wie ein kleines Kind bei seiner Mutter;
wie ein kleines Kind, so ist meine Seele in mir.

Ich finde, das ist ein schönes Bild für das, was Demut sein kann: in sich selber ruhen. In Gott zur Ruhe kommen. Frieden schließen mit sich selbst!

Es grüßt Sie und Euch herzlich

Ihr/Euer Pastor Stefan Schmidt

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